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Weihnachtsgruss 2018

Liebe Gemeindemitglieder,
wir stehen am Ende eines Jahres, das es uns nicht eben leicht macht, mit großem Optimismus in die Zukunft zu blicken. Die Missbrauchsstudie der deutschen Bischöfe hat eine große Zahl von Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen in der Vergangenheit aufgedeckt und die Glaubwürdigkeit der Kirche erschüttert. Der Brexit lässt dunkle Wolken über dem europäischem Himmel aufziehen. 2018 zählt zu den wärmsten und trockensten Jahren der Neuzeit und uns allen ist bewusst, dass das mit der von Menschen verursachten Klimaveränderung zusammenhängt. Die militärischen Konflikte in Syrien, Jemen und der Ukraine bergen die Gefahr die Großmächte wieder in eine Aufrüstungsspirale zu bringen.
All das scheint der Weihnachtsbotschaft zu widersprechen: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; es ist Christus, der Herr.“ Dieser Widerspruch wurde allerdings schon von Johannes dem Täufer empfunden. Er hatte den Beginn des messianischen Reiches des Friedens und der Gerechtigkeit angekündigt und darauf vertraut, dass dieser Jesus aus Nazareth der ist, der es heraufführen wird. Als er selbst im Gefängnis sitzt war er von Zweifeln geplagt und ließ durch seine Jünger bei Jesus anfragen: „Bist du es, der da kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (Lk 7,19)
Diese Frage scheint bis heute durch die Zeit zu klingen. Ist dieser Jesus, dessen Geburt, dessen „in die Welt Kommen“ wir Jahr für Jahr feiern, wirklich der, der die Welt „heilmacht“? Angesichts einer Welt, die von vielen auch 2018 Jahre später als „unheil“ erfahren wird, scheint diese Erwartung sich nicht erfüllt zu haben. Da geht es ihnen wie Johannes dem Täufer.
Was aber antwortet Jesus dem Johannes auf seine Frage? „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird die frohmachende Botschaft verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ (Lk 7,22)
Für mich ist diese Antwort die Einladung zu einem Perspektivenwechsel. Wir hängen zu sehr oft an unserer eigenen Perspektive, wie GOTT die Welt retten soll. GOTT aber geht seine eigenen Wege. ER fängt klein an, in einem Kind in der Krippe und in jedem von uns. Wo wir uns IHM öffnen, da werden wir heil. Wo wir unsere Augen nicht vor unseren Mitmenschen verschließen, wo wir uns nicht lähmen lassen, sondern aufeinander zugehen, wo wir aufmerksam sind auf die Propheten unserer Zeit, wo wir unsere Armut wahrnehmen, unsere Bedürftigkeit, da kann die Frohe Botschaft bei uns ankommen und Heil wirken.
Dieser Beginn des Heils im Kleinen hat aber auch Rückwirkung auf das Große, er verändert die Welt. Erkennen werden wir das erst, wenn uns GOTT am Ende unserer Tage SEINE Perspektive schenkt.
Weihnachten feiern wir diesen Perspektivenwechsel.
Allen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest, das uns schon ein wenig die Augen öffnet für GOTTES Heil..

Pastor Wilhelm Kolks