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Goldenes Priesterjubiläum Willi Schoelen

Am 28. 06. 1969 wurde Willi Schoelen im Dom zu Münster zum Priester geweiht. In diesem Jahr kann er auf 50 Jahre zurückblicken, in denen er an den unterschiedlichsten Stationen und Orten des Bistums Münster als Priester gelebt und gewirkt hat.

Nach einer einjährigen Vertretungszeit als Kaplan in Ahlen St. Gottfried setzte er 1970 seine Kaplanszeit in St. Anna in Neuenkirchen bei Rheine fort. 1974 begann seine 18 Jahre dauernde Tätigkeit als hauptamtlicher Religionslehrer an der bischöflichen Fachschule für Sozialpädagogik und gewerblichen Berufsschule der Stadt Bocholt. Neben dieser Zeit war er zunächst 2 Jahre Subsidiar, also unterstützender Priester, in Bocholt, Liebfrauen und St. Ewaldi. 1976 wurde ihm dann vom Bischof Lettmann die Pfarrei St. Michael, in Bocholt-Suderwick anvertraut. 16 Jahre hat er diese Gemeinde, die direkt an Holland grenzt, geleitet. Nebenbei stand er dem Dekanat Bocholt für 6 Jahre als Dechant vor.

Im Sommer 1992 hat Willi Schoelen dann die St. Elisabeth-Gemeinde in Voerde-Friedrichsfeld als Pfarrer übernommen und sie bis zu seiner Pensionierung am 31.12.2012 geleitet. Im Januar 2013 ist er in den Grutkamp nach Voerde umgezogen und lebt dort seit über sechs Jahren im „Unruhestand“ und wirkt – wie er selbst sagt – als Schwarzarbeiter in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul segensreich mit.

„Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt!“ – dieses Jesus-Wort aus dem Johannesevangelium (Joh 1,26) war damals das Primizwort, mit dem Willi Schoelen aufgebrochen ist hinein in eine spannende und bewegte Zeit. Damals wurde nicht nur er, sondern vor allem auch die Gemeinden, bewegt vom Schwung des 2. Vatikanums, der spürbar war in allen Gemeinden. Diesen inneren Schwung hat sich Willi Schoelen auch bewahrt und lässt ihn heute – kritisch und loyal – die Entwicklung unserer Gemeinden mit wachem Geist verfolgen. Was ihn bewegt, das sagt er offen und deutlich. Und weil er viel zu sagen hat, kann das auch schon mal etwas länger dauern. Aber wenn es mal etwas länger wird, wird es doch nicht langatmig. Denn er hat sich eine innere Frische und Lebendigkeit bewahrt, die vor allem auch Jüngere hoffen lässt, dass sich doch noch etwas bewegen lässt – in Gemeinde, in Kirche und Welt.

„Mitten unter euch …“ – der Beginn des Primizwortes war für Willi Schoelen Programm. Mitten unter den Menschen hat er gelebt und lebt dort immer noch – lange Zeit auch als Busfahrer. Dieses etwas ausgefallene Hobby hat er auch noch als Pensionär ausgeübt und hat ihn auch so Menschen erleben lassen, wie das normalerweise einem Pfarrer nicht vergönnt ist. Denn als Busfahrer hat er ja nicht nur die Frauengemeinschaften, KAB-Gruppen, Kindergruppen sicher an ihr Ziel gebracht. Mitten unter den Menschen Pastor Willi Schoelen, der als Busfahrer zwar nicht die halbe Welt, aber doch vieles kennengelernt hat.

„Mitten unter euch …“ – dieses Jesus-Wort zielt natürlich darauf, dass Jesus selbst unerkannt unter den Menschen lebt. Und auch das kann Willi Schoelen bestätigen. Dass dieser Jesus sich nicht nur hinter Kirchenmauern versteckt und entdecken lässt, sondern dass wir Menschen, die von Gott bevorzugten Verstecke sind, und dass im Entdecken der Menschen Gott selbst sich zeigt – auch das ist eine Wahrheit, die er in seinem reichen und erfüllten Priesterleben erfahren durfte.

Am 28. Juni 2019 kann Willi Schoelen auf 50 Jahre zurückblicken, in denen er als Priester gelebt und gearbeitet hat. An diesem Tag wird er mit seiner Familie und all denen, die ihm freundschaftlich verbunden sind um 19 Uhr in St. Peter die Messe feiern. Selbstverständlich sind alle zu dieser Messe in Spellen eingeladen. Im privaten Kreis wird er diesen Tag dann ausklingen lassen.

Am Sonntag, 1. September 2019, ist die ganze Kirchengemeinde St. Peter und Paul um 10.30 Uhr zur Messfeier in die Elisabeth-Kirche nach Friedrichsfeld eingeladen. Nach der Messfeier lädt Willi Schoelen die ganze Gemeinde zur Begegnung in und vor dem Pfarrheim ein. Er bittet darum, auf persönliche Geschenke zu verzichten und bittet stattdessen um eine Geldspende für den „gedeckten Tisch“ und für die Aktion „Gänseblümchen“. Gänseblümchen unterstützt krebserkrankte Kinder und steht unterstützend ihren Familien zur Seite.

Die Kirchengemeinde St. Peter und Paul gratuliert ihm ganz herzlich zu seinem goldenen Priesterjubiläum und wünscht ihm für die Zukunft noch viele gute und erfüllte Tage mitten unter den Menschen hier in Voerde. Dass er seinen kritischen und loyalen Geist behält – auch das wünschen wir ihm. Und wenn er es dann noch lernt, das Wichtige und Notwendige ein wenig kürzer zu sagen – auch das wäre im hohen Alter ein erstrebenswertes Ziel.

Heinz-Josef Möller, Pfarrer