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Stille Kriegszeugen

Ausstellung in der Pauluskirche startet am 1.6.2022.

Die Ausstellung "Stille Zeugen der Kriege" startet nun am 1. Juni 2022 in der Pauluskirche. Für einen Monat werden dort Erinnerungsstücke und Alltagsgegenstände zu sehen sein, die sehr persönliche Lebensgeschichten vom Krieg erzählen. Die Ausstellung ist währen der Öffnungszeiten der Pauluskirche, also jeweils zwischen 8 und 18 Uhr zugänglich.

Zum Hintergrund der Ausstellung:

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes vor zwei Jahren wollte Markus Gehling, Pastoralreferent in der Voerder Kirchengemeinde St. Peter und Paul eine Ausstellung mit Gegenständen organisieren, die in Voerde Haushalten die Kriegszeiten überstanden haben und noch heute von diesen schrecklichen Tagen erzählen. Auch in in Gehlings eigenem Haushalt haben sich solche stille Zeugen der Kriegszeit erhalten. So z.B. die nach einem Artillerieangriff hinter dem elterlichen Haus verschüttete Babytrinkflasche seines Vaters, ein sog. „Mutterkreuz“, das seine Oma als Kriegerwitwe erhielt und ein altes Buch der Oma, das bei der Zerstörung des Elternhause unter den Trümmern beschädigt wurde. „Wahrscheinlich finde ich noch viel mehr“, schmunzelt Gehling, „schließlich bin ich – wie meine Oma – ein echter Jäger und Sammler.“ Nachdem das Projekt in den Coronajahren ruhte, möchte Markus Gehling in diesem Jahr die Ausstellung endlich umsetzen und diese stillen Zeugen des Krieges ausstellen und zum Sprechen bringen. Es geht um Alltagsgegenstände, die von den Schrecken des Krieges und der Flucht erzählen, aber manchmal auch von hoffnungsvollen Momenten.

In den vergangenen Jahren ist Gehling nicht untätig gewesen und hat schon eine Reihe von Exponaten sammeln können. Aber vielleicht werden ja auch in anderen Voerder Haushalten weitere interessante Gegenstände aus der Kriegszeit, Erbstücke von verstorbenen Eltern und Großeltern aufbewahrt, die eine Geschichte aus dem Krieg, von der Flucht, der Nazi-Herrschaft oder aus der Nachkriegszeit erzählen. Wer so etwas zu Hause hat, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen, die Geschichte des Gegenstandes und der Menschen in einem knappen Fragebogen aufzuschreiben und an Markus Gehling, Pastoralreferent, Tel.: 02855 923512 bzw. gehling@kreuzzeichen.de weiterzuleiten. Gerne hilft dieser auch bei den Aufzeichnungen.

Dabei seien gerade die Gegenstände aus dem Krieg, von der Flucht, der Nazi-Herrschaft oder der Nachkriegszeit und die damit verbundenen Geschichten ein wichtiges Erbe der Geschichte, so Gehling.
Er habe schon jetzt die Erfahrung machen können, dass dabei „viele Erinnerungen bei den Menschen hochkommen. Man kommt schnell ins Gespräch und tauscht sich darüber aus.“
Gerade auch für Kinder und Jugendliche kann die Beschäftigung mit solchen Erinnerungsstücken einen neuen und anderen Zugang zu den Kriegsereignissen eröffnen.
 
Die Gegenstände und die dazu gehörigen Geschichten sollen im Mai 2022 voraussichtlich in der Pauluskirche gezeigt und ausgestellt werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Gegenstände selbst bzw. Fotos davon für die Ausstellung leihweise zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Gemeinde versteht die Ausstellung auch als Statement gegen den Krieg in der Ukraine.