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Kirchen in St. Paulus

Pauluskirche

Am 5.8.1951 konnte mit Unterstützung des Bergwerks Walsum und der Diözese Münster der erste Spatenstich für die Pauluskirche getan werden. Beim Kirchenbau packten viele Gemeindemitglieder mit an, da aus Geldmangel Selbsthilfe angesagt war. Am 17. Juni 1952 wurde die Kirche durch Weihbischof Heinrich Roleff dem Völkerapostel Paulus geweiht, da die Gemeindemitglieder aus so vielen verschiedenen Gegenden Deutschlands und Europas stammten.

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde die Kirche im Jahre 1966 umgestaltet, Weihbischof Heinrich Baaken weihte den neuen Altar. 

Ihr heutige Gesicht erhielt die Voerder Pauluskirche, nachdem sie am 5.3.1988 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Nach einem Teilabriss konnte der Neubau nach Plänen des Architekten Peter Wörmann aus Ostbevern begonnen werden. Am 19.5.1990 konsekrierte Weihbischof Heinrich Janssen die erneuerte Kirche und fügte die Reliquien der Hl. Märtyrer Clarus und Felix in den Altar ein. 

Ein kleiner Kirchenführer kann hier abgerufen werden.

St. Paulus ist heute ein moderner Zentralbau mit rotem Ziegelmauerwerk und rot eingedecktem Satteldach, das in der Mitte der Kirche mit einer „Laterne“ gekrönt ist. Der Innenraum wurde konsequent an die Erfordernisse der Liturgiereforn nach dem II. Vatikanischen Konzils angepasst.

Im Südwesten steht der 25 m hohe Kirchturm mit drei Glocken aus Stahl, gegossen 1957 vom „Bochumer Verein“ in den Tonlagen a, g und e (nach den Tönen des Te Deum). Sie tragen die Inschriften: „St. Paulus, bitte für uns“ (1.000 kg), „Maria breit den Mantel aus“ (565 kg) und „St. Barbara, komm uns zu Hilfe in unserer Not“ (380 kg). 

Bei der "alten" Kirche war hier der Haupteingang, später die Marienkapelle, heute befindet sich dort eine Sakramentskapelle mit dem Tabernakel und zwei Gemälden des polnischen Künstlers Jerzy Napieracz von 2000.

Der Innenraum ist ein unregelmäßig gestalteter Zentralbau mit Annäherung an eine Kreuzform mit festen Bankreihen, die auf drei Seiten um den Altar angeordnet sind. Durch einen offenen Dachstuhl sind die Stützen und Balken der Dachkonstruktion vom Kirchenraum aus gut sichtbar. Sie ruhen auf vier großen Säulen. Die grau angestrichene Dachkonstruktion wird durch rote Bänder in Kreuzform akzentuiert. 

Die Fenster in der Kirche (mit Ausnahme der Rosette) gestaltete von 1995 an der bekannte Glaskünstler Joachim Klos abstrakt als Lebens- und Glaubensweg des Apostels Paulus. 

Die Osterkerze steht auf einem Leuchter aus Bronze (1994) aus der Werkstatt der Künstlerin I. Janning, auf dem die Heilsgeschichte in bedeutsamen Szenen dargestellt ist. Der Kreuzweg wurde im Jahre 1975 erworben. Er hängt heute unter dem großen Rundfenster im Mittelschiff der Kirche. Auch das Bildnis des Hl. Josef stammt noch aus der alten Pauluskirche und wurde wohl in den 50er/60er Jahren angeschafft. Die zugehörige Marienfigur ist heute nicht mehr vorhanden. 

Der Altar aus dem Jahre 1990 ist mit durchbrochenen Reliefbildern aus Bronze gestaltet. Er zeigt auf seinen vier Seiten Begebenheiten aus dem Leben des Apostels Paulus (Bekehrung, Paulus als Apostel, Paulus im Gefängnis und die Apostelfürsten Petrus und Paulus gemeinsam). All dies ist umrahmt von Weinreben mit Vögeln darin. 

Über dem Altar hängt seit 2005 ein Kreuz aus der Werkstatt des Bildhauers Hubert Janning aus Münster-Angelmodde. Er führt das Wort Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage“ mit der Offenbarung des Gottesnamens am Horeb, im brennenden Dornbusch zusammen: „Ich bin der, ich bin da!“. Gott offenbart sich – im Dornbusch und am Kreuz, altes und neues Testament bilden eine Einheit. 

Unter der Orgelbühne finden sich zwei Orte der Marienverehrung. Ein Mosaik, das Maria, als Königin des Friedens abbildet und eine Marienfigur, die auf die Zeit zwischen 1420 und 1450 datiert wird. Die gekrönte Madonna aus dem rheinischen Raum hält das Kind, das die symbolisierte Weltkugel trägt. Das im Rot der Entstehungszeit gehaltene Gewand wird von einem goldenen Mantel bedeckt.

Der Chor liegt auf einer Altarinsel, erhöht durch gestuften Unterbau. Die gewölbte, schlichte Rückwand des Chorraums ist als Nische in Sichtklinker ausgebildet und auf der Altar aus dunkelgrauem Muschelkalk und der Ambo. 

Die Empore an der Westwand (ein Überrest der alten Kirche) steht auf glatten Säulen und trägt eine Orgel. Die Orgel wurde 1993 mit mechanischer Traktur in der Orgelbauwerkstatt Romanus Seifert in Kevelaer erbaut; sie hat 2 Manuale, 27 Register und 1893 Pfeifen. Ein Chronogramm über dem Spieltisch hält das Weihejahr fest: OMNIS SPIRITUS PSALLAT CHRISTO IESU REGI IN LAVDIBVS IVBILATIONIS HALLELUJA“ - „Alles, was atmet singe Jesus Christus dem König im Lobpreis und Jubel: Halleluja“.

Vor dem heutigen Haupteingang der Kirche ist im Boden ein Labyrinth als Symbol für das menschliche Leben im Bodenpflaster eingelassen. Zwischen ehemaligem Pfarrhaus mit der Sakristei und der Pauluskirche wurde noch eine Beichtkapelle angefügt. Das große Kreuz von 1952, das einst den Altarraum der „alten Pauluskirche“ schmückte, steht heute auf dem Kirchplatz und lädt zum stillen Verweilen ein. 

Barbarakapelle

Die Barbarakapelle ist der Gottesdienstraum für die Gemeinde in Möllen. Nachdem die Barbarakirche zu groß geworden war, wurde diese Kapelle eingerichtet. Etwa 60 Personen haben hier Platz, bei Bedarf kann auch der große Versammlungsraum noch geöffnet werden. 

Im Barbarahaus finden Gottesdienste, Aktivitäten und Gruppentreffen unter einem Dach statt. Viele Gemeindemitglieder schätzen den barrierefreien Raum und die besondere Atmosphäre in der Barbarakapelle. Hier stehen bequeme Stühle zur Verfügung. 

Aus der Barbarakirche wurden Motive des Fensterfrieses übernommen, die in einer modernen Technik auf die Kapellenfenster aufgetragen wurden und wie Bleiverglasung wirken. Im Eingangsbereich befindet sich die schöne Barbarafigur, in der Kapelle das Kreuz aus der Werktagskapelle der Barbarakirche und das Marienbild. Altar und Ambo wurden eigens für die Kapelle angefertigt. 

Mit Hilfe einer Fernsteuerung kann nach wie vor vom Turm der Kirche geläutet werden.

Barbarakirche (profan)

Von 1953 an feierten kath. und ev. Christen ihre Gottesdienste in Möllen zunächst in einem gemeinsamen Gebäude, dem sogenannten Beckedahlshof. Als die ev. Gemeinde einen eigenen Gottesdienstraum fand, wurde für die Katholiken auf dem Beckedahlshof eine Notkirche eingerichtet. 1964 wurde die Gemeinde zur selbständigen Pfarrei St. Barbara.

Am 15.12.1963 konnte der Grundstein für die neue Pfarrkirche gelegt werden. Am 28.03.1965 war die Kirche fertig und konnte geweiht werden. Der Bau orientiert sich schon an den liturgischen Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils, das während der Bauzeit tagte. Die Gemeinde versammelt sich im Halbrund um den Altar. 

Dieser Altar aus Muschelkalk zeigt das Gleichnis vom Samenkorn. Auch der Tabernakel nimmt diese Gestaltung auf. Wie ein Weizenkorn war der Tabernakel mit dem Allerheiligsten dort eingebettet. Die Tabernakelstele steht heute draußen vor der Barbarakapelle.

Das Ambo zeigt die Taube als Symbol für den Hl. Geist. Wie Samenkörner oder auch Wassertropfen fallen die Worte Gottes zur Erde um dort unter uns reiche Frucht zu tragen.

Bemerkenswert sind die Fenster. Deren Thematik beginnt am Taufbrunnen mit der Schöpfung, weiter zu sehen sind die Stämme Israels, der Weg durch die Wüste, der Empfang der 10 Gebore und Szenen der Lebensgeschichte Jesu. 

Die Barbarakirche ist heute nicht mehr in Funktion. Sie wurde profaniert und dient dem Bistum Münster als Lager für kirchliche Kunstgegenstände (Lapidarium).