Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul VoerdeGemeinde St. Elisabeth FriedrichsfeldGemeinde St. Paulus Voerde/MöllenGemeinde St. Peter Spellen

Kirche St. Peter

Bei youtube (c) findet man einen Kopterflug von April 2016 rund um St. Peter.
Wer sich unsere Kirche mal aus der Perspektive der Störche anschauen mag - bitte schön.

Die Kirche St. Peter in Spellen ist eine der ältesten rechts rheinischen Kirchen.
Wer sie besucht, findet eine Kirche vor, die geprägt ist vom Glauben vieler Menschen, die sie immer wieder gestalteten und wiederaufbauten. So gibt sie bis heute Zeugnis vom Glauben vieler Menschen, die zum größten Teil vergessen sind.
Ihre jetzige Gestalt verdankt sie dem Willen der Spellener Bevölkerung, nach der Zerstörung des zweiten Weltkrieges ihre Pfarrkirche unter vielen Opfern wiederaufzubauen.

Maßgeblich daran beteiligt war der Architekt und Spellener Bürger Bernhard Kemper.
Stellvertretend für viele, soll er, der schon lange verstorben ist, hier zu Worte kommen.
Zur Wiedereinweihung der Kirche schrieb er in der Rheinischen Post 1949:
„Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Im 14. Jahrhundert als einschiffige Kirche an Stelle eines schon vorhandenen Gotteshauses in einfachem romanischen Stil in Tuffblendung errichtet, erfolgte im 15. Jahrhundert der Um- und Ausbau zu einer dreischiffigen Kirche in gotischen Formen.
1639 durch einen Brand schwer betroffen und in den folgenden Jahren wiederhergestellt, wurde nach einem weiteren Brande im Jahre 1771 die Kirche weitgehend restauriert. Das Hauptschiff erhielt eine barocke flache Kassettendecke, die oberhalb des im Jahre 1891 eingezogenen gotischen Gewölbes zum Teil heute noch sichtbar ist.
1871 wurden größere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Das nach dem Brande 1771 hergestellte romanische Zeltdach des Turmes wurde durch einen neuen gotischen Helm von 21 Meter Höhe   ersetzt. 1891 wurde neben der Einwölbung des Hauptschiffes die Kirche im nördlichen Seitenschiff um zwei Joche, im südlichen um ein Joch erweitert.
1907 erhielt durch Ausbau der Sakristei und je einen Kapellenausbau zu beiden Seiten des Turmes das Gotteshaus seinen endgültigen Ausbau. Die letztgenannten neuen Anbauten, die im Trümmerbereich des Turmes lagen, wurden vollkommen zerstört.
Am Morgen des 24. März 1945, nach dem nächtlichen fünfstündigen Trommelfeuer, das dem Vormarsch der amerikanischen Truppen über den Rhein voranging, bot die Kirche ein Bild grauenvoller Verwüstung 
Mit Zustimmung der Bischöflichen Behörde und im Einvernehmen mit der staatlichen Bauaufsicht und dem Provinzialkonservator in Bonn wurde beschlossen, die Wiederaufbauarbeiten im allgemeinen dem bisherigen Stil der Kirche anzupassen und gleichzeitig verschiedene bauliche Verbesserungen vorzunehmen, um dem aus verschiedenen Bauperioden im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Bauwerk im Innern eine mehr einheitliche Form und Gestaltung zugeben und zugleich dem heutigen Verhältnissen anzupassen   Ein kleiner Ausbau im vorderen Teil des südlichen Seitenschiffes soll die Möglichkeit bieten, den Orgelraum aus dem Turm an diese Stelle, in die Nähe des Hauptaltares zu verlegen. Der dadurch freiwerdende Turmraum konnte so durch Erweiterung der Verbindungsöffnung zum Hauptschiff in dieses einbezogen werden und bedeutet eine räumliche Erweiterung der Kirche.“

Ein kleiner Führer durch die Kirche St. Peter Spellen (hier als PDF) liegt im Schriftenstand aus.
Auszüge daraus finden sich nachfolgend

Die Kirche in Zahlen

Länge der Kirche über alles:      33,7 m
Länge Kirchenschiff:     24,3 m
Breite des Kirchenschiffs:     16,2 m
Höhe des Schiffes außen:     15,5 m
Gewölbehöhe innen:     9,0 m
Höhe des Kirchturms:     43,1 m
vierstöckiger Stumpf:     22,8 m
Helm ohne Kreuz:     20,25 m

Turmbereich

Turmfenster
1970er Jahre. Geschaffen von der Künstlerin Hildegard Bienen aus Marienthal.  “Brennender Dombusch“

Taufstein
Schale aus Kalkstein und 27 cm hoch; Durchmesser 77 cm; Sockel und Schaft modern. Die Schale hat vertikale, tropfenförmige Kehlungen, vier Masken und ein abschließendes profiliertes Gesims.
Der Taufstein ist wahrscheinlich eine wieder verwendete Brunnenschale aus dem 17. Jahrhundert. Im Pfarrarchiv ist eine Rechnung von 1671 erhalten, die angibt, dass ein “füntestein“ = Taufstein gekauft wurde. Seinen heutigen Platz fand der Taufstein im Turm im Jahre 2002, nachdem er an vielen Orten in der Kirche stand. Da die Taufe das Eingangssakrament ist, durch das ein Christ in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird, die sich in der Kirche um den Altar versammelt, schien es sinnvoll den Taufort auch am Eingang der Kirche zu haben. In Spellen sind wir damit einer alten Tradition gefolgt, nach der in Kirchen, die keine eigene Taufkapelle hatten, der Taufbrunnen unter dem Turm stand.

Pieta (Schmerzensmutter)
Südseite des Turmes
Höhe: 82 cm
Material:Holz, farblich gefasst
Sie wurde vom Künstler Ferdinand Stuflesser aus St. Ulrich-Gröden im Jahre 1893 geschaffen.
Maria hält den Leichnam des Sohnes auf dem Schoß. Sie umfasst mit ihrer Linken seinen linken Arm während sie mit ihrer rechten Hand den nach hinten fallenden Kopf des Toten auffängt. Die Beine der Maria sind leicht ausgestellt um so die Last des Körpers besser zu tragen. Der rechte Arm des Christus hängt schwer herab. Seine Augen sind geschlossen, während die Augen der Gottesmutter zum Himmel blicken.

Konsolen des Kreuzrippengewölbes
Die vier Lebensalter: Kind, Jugendlicher, Erwachsener, Greis          <zurück

südliches Seitenschiff

Beichtraum
Dem im Jahre 2003 neu geschaffenen Beichtraum ist die Front eines geschnitzten neugotischen Beichtstuhls aus Eichenholz angefügt. Dieser Beichstuhl stammt aus der Kirche St. Lambertus in Ochtrup und wurde der Gemeinde von dem ehemaligen Pfarrer von St. Paulus und St. Barbara Josef Wichmann überlassen.

Kreuzweg
Seit dem 17. Jhd. sind Kreuzwege in katholischen Kirchen üblich geworden. Vor allem in der Fastenzeit vor Ostern, wo besonders dem Leiden Jesu gedacht wird, wird der “Kreuzweg“ gebetet d.h. an den 14 Bildern, den so genannten “Kreuzwegstationen", wird von den einzelnen oder der Gruppe von Betern innegehalten und eine kurze Andacht gehalten. Entstanden sind dieses Kreuzwegandachten ursprünglich aus den Pilgerfahrten nach Jerusalem im Mittelalter, wo die Pilger in der Heiligen Stadt die Stationen des Leidens Christi nachgingen und bedachten. Da aber für viele eine Wallfahrt ins heilige Land eine Unmöglichkeit war, wurden die Stationen nach gebildet und zuerst wohl im Freien aufgestellt. Ab dem 17. Jhd. finden sich zunehmend dann “Kreuzwege“ in Form von Steinplastiken, Holzschnitten oder Gemälden im Kircheninneren.
Der Kreuzweg von St. Peter im neugotischen Stil, wurde im Jahre 1893 von Pastor Riswick für 1475.- Mark bei der Verlags Buchhandlung Schöningh in Münster gekauft. Die noch erhaltene Rechnung vom 15. August 1893 und Anmerkung des Pastors besagen: “Kreuzweg Gr. III nach Schmalzl auf vers. galv. Kupferplatten gemalt. Eingerahmt in goth. aus der Hand geschn. Eichenrahmen Modell Hertl. incl. Verpackung 1500.-“. Etwas konnte Pastor Riswick den Preis noch herunterhandeln, wie er vermerkt. Seiner Anmerkung läßt sich noch entnehmen, dass “die Bilder ... nach Frater Alois Schmalzl CSSR“ gemalt wurden. Ob also der Laienbruder der Redemptoristen Alois Schmalzl selber der Maler des Kreuzwegs ist oder nur die Vorlage dafür lieferte, lässt sich nicht sicher erschließen.
In 14 Gemälden, gemalt in kräftigen Rot- und Goldfarben gemalt, gibt er die traditionelle Stationen der Passionsgeschichte Jesu wieder.
Ornamentierte Mattvergoldung bilden den Hintergrund der 80x50 Zentimeter großen Bilder.

Kreuzwegstationen 1-6
I. Jesus wird zum Tode verurteilt (erstes Bild vor der Orgel)
II. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
III Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
IV Jesus begegnet seiner Mutter
V. Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
VI. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Kreuzwegstationen 7-14 ( im nördlichen Seitenschiff)
VII. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
VIII. Jesus begegnet den weinenden Frauen
IX. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
X. Jesus wird seiner Kleider beraubt
XI. Jesus wird an das Kreuz genagelt
XII. Jesus stirbt am Kreuz seine Schultern   
XIII. Jesus wird vom Kreuz abgenommen u. in den Schoß seiner Mutter gelegt
XIV. Der Leichnam Jesu wird ins Jesu wird ins Grab gelegt.

Im zweiten Weltkrieg waren einige Stationen dieses Kreuzweges von Bombensplittern stark beschädigt worden. Nur notdürftig wurden die Gemälde wieder instand gesetzt. 1963 wurde ein neuer Kreuzweg angeschafft, der sehr dem Kreuzweg in der 1965 eingeweihten Barbarakirche in Möllen glich, aber vom Stil in eine neugotische Kirche nicht passte. Der alte verschwand im Keller. Fast 30 Jahre schlummerten die 14 Gemälde dort. Moder und Feuchtigkeit hinterließen ihre Spuren. Erst 1991 erinnerte man sich an den historischen Kreuzweg, holte ihn wieder hervor und ließ ihn von dem Konservator Kurt Schmidt-Thomsen aus Münster restaurieren. 1993 wurden zur Einführung von Pastor Kolks die letzten der frisch restaurierten Kreuzwegstationen wieder aufgehängt. Einige Bilder des Kreuzwegs von 1963 zieren jetzt die Friedhofskapelle.
Ansätze des vorderen süd-östlichen Kreuzrippengewölbes (teilweise von der Orgel verdeckt)
Die Ansätze sind mit den Symbolen der vier Evangelisten geschmückt:
Engel/Mensch = Matthäus
Löwe = Markus
Stier = Lukas
Adler = Johannes          <zurück

Chor- und Altarraum

Der Chor- und Altarraum hat einen für die Gotik typischen „Fünfachtel“-Chorschluß, d.h. fünf Fenster mit gotischem Maßwerk bilden den Rahmen für das liturgische Zentrum der Pfarrkirche. Bei der Renovierung im Jahre 2002 wurde in der Stufenanlage der „Fünfachtel“-Chorschluß zu einem „Achtachtel“-Chorschluß harmonisch erweitert.

Chorfenster
Jedes der Fenster ist 5 m hoch / 1,30 breit und besteht jeweils aus 900 bis 1000 farbig gebrannten kleinen Glasteilen, die durch Bleibänder zusammengehalten werden (Bleiverglasung).
Die Fenster im Chor wurden 1957 nach Entwürfen vom Ochtruper Künstler Clemens Wieschebrink (1900 - 1971) in der Werkstatt der Glasmaler Georg und Melchior Jungglas in Münster gefertigt.
Im Mittelfenster findet sich die Darstellung Christi als Weltenherrscher, das die entsprechende Stelle in der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, darstellt (Offb 12). Dass hier das Motiv der Aufnahme Mariens in den Himmel anklingt, ist sicher mit bedingt durch das Mariendogma “leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“, das 1950 verkündet wurde.
Das Nordfenster erzählt in der Sprache der Bilder die Szene aus dem Matthäusevangelium (14,22-33), wo Jesus über dem Wasser des Sees wandelt.
In der Rosette des Fensters findet sich die Darstellung eines Hahns, ein Symbol für die menschliche Schwachheit des Petrus, denn Jesus prophezeite Petrus, dass er ihn dreimal verleugnen würde, bevor der Hahn kräht (vgl. Mt 26,69-75.
Das Südfenster nimmt das Motiv der „Quo-Vadis-Legende“ auf, die erzählt, dass Petrus auf Zureden seiner Gemeinde das durch Kaiser Nero in Brand gesteckte Rom verlässt.(siehe die brennende Stadt im unteren Drittel). Auf seiner Flucht erscheint ihm auf der Via Appia Christus (Abbildung in der Mitte), der in die brennende Stadt hineingeht. Petrus fragt ihn “Wohin gehst Du, Herr?“ (“Quo vadis, domine?“) und bekommt von seinem Herrn zur Antwort “Zu meinen bedrängten Schwestern und Brüdern!“. Woraufhin Petrus umkehrt und mit vielen der römischen Christen den Tod erleidet. Nach der Tradition soll er erbeten haben, nicht in der selben Art und Weise wie sein Herr gekreuzigt zu werden und wurde daher  mit dem Kopf nach unten an ein Kreuz geschlagen. Dies ist durch den Engel im oberen Drittel mit dem nach unten gerichteten Kreuz angedeutet. In der Fensterrosette finden sich die “gekreuzten Schlüssel“, die daran erinnern, dass Jesus die “Schlüssel des Himmelreiches“ übergeben hat. (Mt 16,19)
Die beiden äußeren Seitenfenster zum Hauptschiff  hin sind äußerst schlicht gehalten und teilweise verdeckt. Sie stellen musizierende Engel dar.

Hochaltar
Neugotischer Flügelaltar mit Malerei und geschnitzten figürlichen Szenen sowie reichem Gesprengeaufbau. Bilder auf Kupferplatten. Von der Fa. J. H. Oor 1892 - 1895 geschaffen. 1994 restauriert.
Das Thema ist die Eucharistie.
Maße:    Höhe: ca. 3 m  Breite ca. 2,7 m
Aufschrift auf dem Spruchband der Engelfiguren rechts und links neben dem Tabernakel:
Linke Seite: ADORO TE DEVOTE LATENS DEITAS
Rechte Seite: QUAE SUB FIGURIS VERE LATITAS
Frei übersetzt lautet es: „In Demut bet‘ ich dich, verborgne Gottheit an, die du den Schleier hier des Brotes umgetan“
Dieses Reimgebet wird dem HI. Thomas von Aquin zugeschrieben.

Schema des geöffneten Hochaltars

links: Abraham u. Melchisedek, gemalt (Genesis 14,17-20) Brotvermehrung (geschnitzt) (Joh 6,9-15) Engel (Expositionsnische) Engel Emmausszene geschnitzt (Lk 24,13-35) Opferung des Isaak, gemalt (Genesis 22,1-19)
Evangelist Matthäus Evangelist Marcus  Verkündigung Gabriel u. Maria (Tabernakel) Evangelist Lukas Evangelist Johannes
Manna in d. Wüste Lamm Gottes Paschamahl Exodus

Schema des geschlossenen Hochaltars (KV = Kirchenväter)
KV Hieronymus KV Papst Gregor KV Ambrosius KV Augustinus

Sakramentnische (Nordseite des Altarraumes)
Tuffstein; Höhe: 181 cm; Breite: 76 cm;
Die heute als Gabentisch genutzte Nische wurde im 15. Jahrhundert wohl schon im ursprünglichen Neubau der Kirche im gotischen Stil erstellt. Ursprünglicher Ort der Nische war bis 1945 ca. ein Meter westlich an der selben Wand. Die Umsetzung erfolgt vermutlich aus Symetriegründen. Die Nische hat keinen Fuß, aber ihr Oberteil bildet ein krabbenbesetzter Wimperg mit Kreuzblume vor Blendgliederung zwischen Filialen. Ursprünglich diente sie als Einfassung für den Tabernakel, also als Aufbewahrungsort für die in der Messe konsekrierten Hostien. Als die sich verändernde Frömmigkeit den Standort des Tabernakels (Allerheiligstes) mehr in das Zentrum der Kirche auf den Hauptaltar verlegte, wurde die Nische zugemauert und zur Aufbewahrung der heiligen Öle für Taufe und Krankensalbung benutzt.
Beim Wiederaufbau der Kirche wurde 1948 ein römischer Grabstein als Rückseite dieser Nische entdeckt.
Fachleute bestätigten, dass der auf den Kopf angebrachte Stein eindeutig heidnischer Herkunft war. Die Inschrift lautet:
D                     M
FLAVIAE IVSTINAE
MARCVS IVLIVS  SIMILIS FC
Die Übersetzung lautet:
[DEM] G[ÖTTLICHEN] M[ANEN]
[DER] FLAVIA JUSTINA
HAT MARCUS JULIUS
SIMILIS [DIESEN STEIN] E[RRICHTEN] L[ASSEN]

Der gut erhaltene Stein aus französischem Kalkstein, 58 x 60 cm groß, wird von Fachleuten des Landesmuseums in Bonn dem 2. Jahrhundert nach Christi Geburt zugeschrieben.
Zwar kann Sankt Peter auf eine über 1220 jährige Geschichte zurückblicken, doch ein römischer Grabstein mit heidnischer Inschrift in einer christlichen Kirche und dazu noch in einer Tabernakelnische, mutet schon recht merkwürdig an.
Tatsache ist aber, dass dies nicht der erste Fund eines römischen Grabsteins in Spellen ist. Im Jahre 1894 wurde ein bis dahin an der alten Friedhofsmauer an der Kirche zu Spellen angebrachter Grabstein (gesprungene Grauwackenplatte von 50 x 61 cm) dem Niederrheinischen Museum Wesel überwiesen.
Seine Inschrift lautete:
Veranie Superine que vixit annos XV diebus
X Veranius d CAg filiae obite f. c.
Veranie Superine que vixit annos XV diebus X Vereranius decurio
coloniae Agrippinensis filiae obite faciendum curavit]

(Seiner Tochter Verania Superina, die 15 Jahre und 10 Tage gelebt hat, ließ Veranicus, Stadtrat von Köln, dies Denkmal setzen.)

Nach Aussage von Fachleuten handelt es sich nicht um einen heidnischen Grabstein, sondern um einen solchen aus der frühchristlichen Zeit, da die sonst übliche Überschrift D(iis) M(anibus) - Abkürzung für „Dem göttlichen Manen“ hier fehlt.
Angeblich ist dieser Stein später in das Landesmuseum nach Bonn gekommen, doch gilt er als verschollen, obwohl sein Fund dokumentiert ist.
Wie beide Steine nach Spellen kamen, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, aber da im Mittelalter das, was wir heute “Bauschuttrecycling“ nennen schon üblich war, kann angenommen werden, dass die Spellener zu dieser Zeit ihre Kirche mit Steinen alter römischer Siedlungen errichteten, die sie rheinaufwärts erworben hatten. In den Xantener Domakten ist mannigfach belegt, dass die dortigen Domherren einen eifrigen Handel mit dem Steinmaterial der APX betrieben und sie diese ebenfalls rheinabwärts verkauften.
Der 1948 gefundene Stein verblieb in der Kirche, bis 1955 der Altertums-forscher Dr. Stampfuß ihn als Leihgabe in die Bestände des Haus der Heimat in Dinslaken übernahm. Im Frühjahr 1997 konnte der Stein zurückgeholt werden.

Zelebrationsaltar Sandstein gefertigt und aufgestellt 1973 (Fa. Dirx / Billerbeck) unter Verwendung neugotischer Teile. Am 2. Juni 1973 von Bischof Dr. Ludwig Averkamp, Weihbischof im Bistum Münster - Region Niederrhein, konsekriert. Von ihm wurden bei dieser Feier Reliquien der heiligen Märtyrin GAUDENTIA und der heiligen Märtyrer GEBRÜDER EWALDI (angelsächsische Missionare, die bei den Sachsen den Glauben verkündeten und im Rhein, Ruhr, Lipperaum um 695 ermordet wurden) eingefügt.          <zurück

nördliches Seitenschiff

Konsolen des vorderen nördlichen Kreuzrippengewölbes
Vier Köpfe als Konsolen der Gewölberippen des nördlichen Seitenschiffes der Kirche, die vielleicht schon im romanischen Vorgängerbau der gothischen Kirche verarbeitet waren.

Kreuzigungsgruppe
Die hölzerne und farblich gefasste Kreuzigungsgruppe im südlichen Seitenschiff. Der Christuscorpus stammt aus der Mitte des 15. Jhd. (85 cm. Der Kreuzbalken ist wohl im. 17. Jhd. ersetzt worden oder aber neogotisch. Die Assistenzfiguren Maria und Johannes stammen aus dem 16. o. 17. Jhd. (ca. 80 cm) mit neuer Farbfassung aus dem 19. Jhd. Alle wurden 1993 restauriert. Solche Kreuzigungsgruppen stellen die Kreuzigung dar, wie sie uns der Evangelist Johannes schildert:  Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter. Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.          <zurück

Kirchenschiff Mitte

Petrus und Paulus
Zwei Holzfiguren, die heute an den beiden Pfeilern vor dem Altarraum angebracht sind. Ursprünglich gehörten sie zum spätbarocken Hochaltar, der Ende des 18. Jahrhunderts in der Kirche aufgestellt wurde. Damals waren sie weiß und gold gefasst. Als der Altar im 19. Jahrhundert entfernt wurde, bekamen die Figuren eine farbliche Fassung.
Höhe mit Plinthe: 136 cm restauriert 1992
Die beiden Apostel, die gemeinsam in Rom den Märtyrertod erlitten haben, werden oft gemeinsam dargestellt. Petrus, der Pfarrpatron ist mit den für ihn typischen Zeichen zwei Schlüssel und einem Buch ausgestattet, ebenso Paulus mit Schwert und Buch. Das Buch deutet sie jeweils als Verfasser biblischer Schriften. die Schlüssel erinnern an die Worte Jesu für Petrus: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt16,19) Das Schwert des Paulus ist ebenso nur symbolisch gemeint und deutet ihn als den „Verfechter“ des Wort Gottes, gemäß seinem Wort im Brief an die Epheser 6,17: „Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.“          <zurück

Immaculata
Holzfigur der Maria Immaculata. Höhe 146 cm; dunkel gebeizt; wahrscheinlich Ende des 18. Jahrhunderts. Vermutlich war dies die Mittelfigur des spätbarocken Hochaltars des 18. Jahrhunderts, da eine solche in der Beschreibung erwähnt wird. Die dort erwähnte Mondsichel unter den Füßen der Immaculata ist wohl verloren gegangen, wird aber auch nur angedeutet gewesen sein. Auf der von der Schlange umschlungenen Weltkugel steht die hl. Maria, als die „Unbefleckte“ = Immaculata und so Symbol für die Kirche.
Der mächtige Körper mit reichem Faltenspiel, aus dem als Gegensätze die spitze, elegante rechte Hand und der manieristisch kleine Kopf jäh aufgipfelnd ausfahren.
Vielleicht existierte auch ein Kranz von zwölf Sternen um das Haupt, denn mit der Figur der Immaculata bezieht die christliche Ikonografie auf das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes oder auch Apolkalypse, wo es im 12. Kapitel Vers 16 heißt:
„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“          <zurück

Glocken

Vier Glocken hängen im Turm von St. Peter. Nachdem im ersten Weltkrieg das Vorgängergeläut eingeschmolzen wurde, beschaffte man sich 1920 neue Stahlglocken. Sie wurden in Arbeitsgemeinschaft der Glockengießerei Humpert in Brilon und dem Stahlwerk Buderus in Wetzlar gegossen. Die Glocken haben einen Durchmesser von 139 cm (e), 116 cm (g), 102,5 cm (a) und 92 cm (h).          <zurück

Äußeres der Kirche

Wenig Schmuck prägt das Äußere der Pfarrkirche St. Peter, doch findet sich an der Südseite, wo das Hauptschiff an das Gemäuer des Turm grenzt eine steinerne Drachenfigur, die wohl zu den ältesten Stücken der Kirche gehört. Vielleicht sogar vom romanischen Vorgängerbau stammt. Vergessen werden dürfen auch nicht, die handgeschmiedeten kunstvollen Kreuze, die die Turmspitze und die Apsis der Kirche schmücken. Letztere s wurde im Jahre 1994 als Ersatz in der Schmiede Hülsermann gegenüber der Kirche gefertigt, die schon fast 100 Jahre zuvor das Vorgängerkreuz schmiedete. In den 1930ger Jahren wurde auf dem die Kirche bis dahin umgebenden Friedhof nicht mehr beigesetzt, nach dem der an der Mehrumer Straße gelegene neue Friedhof angelegt worden war. Die letzten Grabmäler wurden in den l960ger Jahren abgeräumt. Heute erinnert außer der alten Friedhofsmauer nur noch das alte sandsteinerne Friedhofs-kreuz aus dem 19. Jahrhundert an die über l000jährige Begräbnisstätte Spellens. Am Fuße des Kreuzes sind auf einer Grabplatte die Namen der uns bekannten und hier bestatteten Pfarrer von St. Peter zu lesen.          <zurück

Blick vom Kirchturm

Im Jahr 2012 war der Kirchturm von St. Peter Spellen im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen komplett eingerüstet.
Während dieser Zeit sind im Juli folgende Bilder von einem Rundblick entstanden