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< Gedenken an das Kriegsende 1945

neues Buch von Pastor W. Kolks

"Voerder Chronik 1900 - 1950"

Mit dem Buch „Voerder Chronik 1900 – 1950 – Quellen der Geschichte von Voerde (Niederrhein)“ legt Pastor Wilhelm Kolks den Nachfolgeband der 2019 erschienenen „Voerder Chronik 1792 – 1900“ vor.
Wieder ging es ihm vor allem darum, Quellen sprechen zu lassen. Dazu hat er aus den verschiedenen Archiven unter anderem Schulchroniken gesichtet und die Heimatliteratur durchsucht. Auch Auszüge aus Tagebüchern und Akten dokumentieren - chronologisch geordnet -, was in den Ortsteilen von Voerde, zu denen damals auch Eppinghoven und Lippedorf gehörten,  von 1900 bis 1950 geschah.

So erfährt man näheres von den „Rhabarbermenschen auf der Waldheide“, den „Märzunruhen“ des Jahres 1920 und vieles mehr. Besonders ausführlich sind die Jahre 1933 bis 1945 dokumentiert. Viele Opfer des Nationalsozialismus und der Bombenangriffe des 2. Weltkrieges werden hier namentlich aufgeführt und auch die Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter geschildert.

Besonders ausführlich hat sich der Autor mit dem „Rheinübergang“ der Amerikaner am 24. März 1945 beschäftigt, den er in seinem Verlauf aus verschiedenen Quellen rekonstruiert hat und auf 25 Seiten dokumentiert.

Illustriert ist das Buch mit vielen Fotos und Karten, die hier zum Teil zum ersten Mal veröffentlicht werden. Auch gelang es dem Autor manche bekannten Fotos einem bestimmten Ereignis zuzuordnen, so auf Seite 81, wo belgische Besatzungssoldaten auf einer Lokomotive, die auf der Lippebrücke steht, sich haben ablichten lassen. Dahinter verbirgt sich die aufregende Geschichte der „Friedrichsfelder Aktion“ im Frühjahr 1923, bei der Eisenbahner Industriegüter aus der besetzten Ruhrzone heimlich herausbrachten.

Umfangreiche Register im Anhang lassen Namen, Häuser und Inhalte schnell finden.

In seinem Vorwort schreibt Pastor Kolks über seine Motivation für dieses Buch:

„Mir war dabei wichtig, die Opfer zweier Weltkriege und des Naziregimes dem Vergessen zu entreißen und ihre Namen zu nennen. Ihre Schicksale zeigen, wozu es führen kann, wenn auch heute wieder Populisten mit Feindbildern arbeiten, die Verbrechen der Vergangenheit leugnen oder kleinreden und man ihnen glaubt oder seine Stimme gibt. Wenn dieses Buch dazu beiträgt, die Vergangenheit nicht zu verdrängen oder zu verklären, dann hat sich die Mühe damit gelohnt. Die Erinnerung mag manchmal schmerzlich sein, aber sie ist - davon bin auch ich überzeugt - der einzige Weg der „Erlösung“.